•  
  •  
Aquarelle

In meinem Erstberuf als Primarlehrerin und später Heilpädagogin bildeten Zeichnen und Malen einen festen Bestandteil der beruflichen Aufgaben. Das Ausprobieren von verschiedenen Techniken und das Gestalten mit immer wieder neuen Materialien waren sowohl für mich, als auch für die Kinder ein willkommener Ausgleich zu den mehr kognitiv und leistungsgeprägten Fächern.
In späteren Berufsfeldern als Dozentin und Fachexpertin für Fachpersonen im Frühbereich blieb innerhalb der Berufsrolle wenig Spielraum dafür. Umso mehr schätzte ich nun die über viele Jahre besuchten, fortlaufenden Aquarell-Kurse.

Beim Malen kann ich zum stark rational orientierten (Berufs)-Alltag Distanz gewinnen, mich dem Spiel der Farben widmen und der eigenen Kreativität freien Lauf lassen.  Bei der Wahl meiner Sujets lasse ich mich von meiner Liebe zu Tieren und Blumen leiten und setze  oft auch eigene Fotografien in ein Aquarellbild um. Damit vertiefe ich schöne Erlebnisse beim Kraftschöpfen auf langen Spazierängen in der Natur. 
So gelange ich beim Malen häufig in eine Art meditativen Zustand. Beim Betrachten eines fertigen Bildes habe ich dann  den Eindruck, dass ich bestimmte Farb-und Lichteffekte gar nicht "selber gemacht", sondern sich das Bild in geheimnisvoller Weise "verselbständigt" habe ....

Das Malen ist dadurch zu einem Mittel geworden, meinen eigenen öko- spirituellen und ethischen Prinzipien sowie dem Respekt, der Achtsamkeit und der Verantwortung gegenüber der Natur in ihrer ganzen Vielfalt  auf sehr unmittelbare, emotionale Weise Ausdruck zu verleihen, wie es mir durch Sprache kaum möglich wäre.